Wie wird Farbe richtig verarbeitet?
Farbarten
Die grobe Unterteilung lautet
- Leinölfarbe
- Acrylatfarbe
- Alkydölfarbe (Dickschichtlasur, Silikonalkydfarbe, Emulsionsfarbe)
- Schlammfarbe (basieren auf Wasser, Mehl, Pigment und Leinöl)
Vorbehandlung (unbehandeltes Holz)
Leinölfarbe: 1. Grundieröl, wenn das Holz noch roh ist
2. Sperr- und Haftgrund (fertiges Produkt oder 50:50 Mischung Balsamterpentin und Leinölfarbe
3. 1-2 Deckanstriche Leinölfarbe mit bis zu 20% Verdünnung
Acrylatfarbe: 1. Grundieröl, wenn das Holz noch roh ist
2. Sperr- und Haftgrund auf Alkydölbasis
3. 2 Deckanstriche Acrylat, der erste kann 10% wasserverdünnt sein
Alkydölfarben: 1. Grundieröl, wenn das Holz noch roh ist
2. Sperr- und Haftgrund auf Alkydölbasis (bei Dickschichtlasur diese
mit 30% Terpentinverdünnung vorstreichen)
3. 2 Deckanstriche mit der jeweiligen Alkydölfarbe
Schlammfarbe: 1. Gänzlich unbehandeltes Holz mit Schlammfarbe vorstreichen (10-20% Wasser zur Farbe geben)
2. Einmal deckend und unverdünnt nachstreichen
Anmerkung: Sie können Leinölfarbe, Acrylat und Alkydölfarben auch direkt auf dem Holz, ohne Vorbehandlung, verarbeiten. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, daß Sie recht zeitnah Risse in der Farbe auf dem Holz sehen werden. Nur bei Schlammfarbe ist dieses so möglich!
Die Restfeuchte bei frischem Holz sollte unter 18% liegen, wenn es Acrylat, Leinölfarbe oder Emulsionsfarbe sein soll. Bei Schlammfarbe sind es max. 15%.
Fenster und Türen (maßhaltige Hölzer) verlangen eine sorgfältige Vorbehandlung (Tiefengrund/Grundieröl sowie Haftgrund), idealerweise mit Alkydölfarbe gestrichen.
Renovierungsanstrich (bereits gestrichenes Holz)
Ist Ihr Holz mit
Schlammfarbe gestrichen,
können Sie hierauf mit Schlammfarbe fortfahren. Bürsten Sie den letzten Anstrich mit einer Drahtbürste ab, es folgt ein unverdünnter Deckanstrich Schlammfarbe.
Leinölfarbe und Alkydölfarbe geht auch, wichtig ist jedoch das vorherige Abbürsten der Altschlämme.
Acrylat ist hierauf nicht gut geeignet.
Leinölfarbe gestrichen,
können Sie hierauf mit Leinölfarbe oder einer Alkydölfarbe fortfahren. Acrylate sind eingeschränkt auch möglich.
Schlammfarbe geht gar nicht!
Alkydölfarbe gestrichen,
können Sie hierauf mit Leinölfarbe, Alkydölfarbe oder Acrylat fortfahren. Ungeeignet ist hier erneut Schlammfarbe!
Acrylat gestrichen,
können Sie hierauf mit Acrylat fortfahren. Sehr eingeschränkt ist auch Alkydölfarbe möglich, Leinölfarbe und Schlammfarbe gehen gar nicht!
Dünnschichtlasur gestrichen,
können Sie hierauf mit Acrylat, Leinölfarbe oder Alkydölfarbe streichen. Schlammfarbe geht nur, wenn die Lasur völlig verwittert ist.
Folgen Sie diesem Link, um ein Datenblatt zur Verarbeitung von Holzfarben im Aussenbereich zu erhalten (PDF-Datei).
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