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Terrasse bzw. Boden

Bodenbeläge, entweder als Terrasse oder auch als Steg bzw. Laufweg, werden im Außenbereich meistens dann gestrichen, wenn es sich um Holz handelt oder wenn es Gehwegplatten oder asphaltierte Flächen sind, die man verschönern oder lediglich mit Markierungen versehen will.

Was man dazu beachten sollte, wollen wir hier genauer erklären.


Das Wetter vor, während und direkt nach dem Anstrich


Rahmenbedingungen zum Streichen

Natürlich ist das Wetter ein extrem wichtiger Faktor. Wer glaubt, dass ein Anstrich jederzeit machbar ist, liegt leider falsch. Im Außenbereich streicht man zwischen April und Oktober, also in den wärmeren und trockeneren Monaten des Jahres. Im Prinzip von Ostern bis Oktober "von O bis O", wie man es auch Autoreifen kennt (Sommer/Winter).
Viele achten beim Streichen oft nur auf die Temperaturen während des Streichens, was tatsächlich nicht das wichtigste ist. Wird hingegen von November bis März unter freiem Himmel gestrichen, weil es 10°C und etwas Sonne gibt, sind Probleme in direkter oder etwas später sichtbarer Art vorprogrammiert. Ein Anstrich benötigt Licht (Tageslicht), Luft (trockene Luft) und Wärme (optimal sind immer 20°C +/- 5°C). Fehlt eines von den dreien, trocknet ein Anstrich wesentlich langsamer, als der Hersteller es angibt. Die Folgen bei Anstrichen ohne ausreichen Tageslicht, trockener Luft und Wärme:

1. Trocknet eine Farbe langsamer, bleiben u.a. auch Lösemittel wie Wasser länger im frischen Anstrich. Wenn es durch die langsame Trocknung in der Nacht gefriert, wird aus dem Wasser in der Farbe Eis, die Farbe geht Ihnen an der Fassade kaputt.

2. Trocknet eine Farbe langsamer, reagiert die Luftfeuchtigkeit im Außenbereich mit der weichen Farbschicht. Dieses führt oft zur Fleckenbildung. Solche Flecken bleiben dauerhaft und können nur durch einen weiteren Anstrich entfernt werden. Spätestens dann sollte das Wetter passender sein, damit wenigstens der Anstrich rasch aushärtet.

3. Fehlt es an Licht und Wärme, kann der Untergrund (Holz oder Putz) Feuchtigkeit gebunden haben. Wird dann auf die nicht sichtbar feuchte Oberfläche gestrichen, wird das eingelagerte Wasser recht schnell Blasen in den frischen Anstrich bringen. Wenn das Wasser aus dem Untergrund Richtung Wärme entweichen will, sind selbst diffusionsoffene Anstriche im Weg und die Nässe drückt von innen nach außen. 

4. Wenn ein Anstrich langsamer trocknet und kein Nachtfrost die Farbe angreift, so finden sich am folgenden Tag Verschmutzungen in der nicht trockenen Oberfläche wieder. Das kann Staub, Laub oder Pollen sein. Fliegen, Mücken und andere Insekten bleiben aber auch daran haften. 

5. Ist es regnerisch, nebelig oder allgemein recht feucht in der Luft, nutzt eine Abdeckplane auch nichts. Unter der Plane streichen bedeutet, dass entweder kein Sauerstoff zur Trocknung heran kommt (was ja technisch nicht möglich wäre) oder sonst Feuchtigkeit aus der Luft sich ihren Weg sucht.

Wann streiche ich?

Der Untergrund muss geeignet sein

Egal ob Stein, Estrich, Asphalt oder Holz:
jeder Untergrund muss quasi bestreichbar sein. Dazu zählen Trockenheit (trockener Estrich, trockenes Holz, trockene Oberfläche allgemein), Sauberkeit (Keime, Mikroorganismen oder Schmutz allgemein) und eine griffige Oberfläche.
Nasser Estrich sowie feuchtes Holz sollten nie überstrichen werden, ehe die Feuchtigkeit entwichen ist. Das gilt im Besonderen für Holz, wo die Folgen dramatischer sind und der gesamte Anstrich nach gewisser Zeit Blasen bekommen kann.

Streichen Sie daher keine begehbaren Flächen aus Estrich, Beton oder Holz in der Zeit von Herbst bis Frühjahr, wo reichlich Feuchtigkeit in den Untergrund eingedrungen sein kann. Mehrere Tage trockenes und auch warmes Wetter ziehen die Nässe wieder heraus und man kann dann so langsam loslegen. 

Streichen Sie möglichst nie sofort neues und zugleich sehr glattes / gehobeltes Holz. Wer heute eine Terrasse baut, bekommt zumeist Kiefern-, Fichten-, Lärchen- oder Douglasienholz sowie auch Tropenholz angeboten. Für Terrassen gedacht, haben diese Hölzer immer eine extrem glatte Holzoberfläche, die sogar etwas Glanz aufweist. Glanz auf Oberflächen bedeutet grundsätzlich, dass etwas daran abperlt. So perlt am neuen und glänzenden Holz nicht nur der Regen ab sondern auch
- Imprägnierungen (auch die werkseitigen, bitte immer vermeiden)
- Grundierungen  (auch die werkseitigen, bitte immer vermeiden)
- Holzöle
- Lasuren
- Farben
Leider werden viele Kunden von Terrassenhölzern durch Nonsens-Aussagen der Händler dazu gedrängt, sofort etwas auf das neue Holz zu streichen. Das dieses Unterfangen zu 99% nicht funktioniert, ist immer mehr Menschen bekannt - auch den Händlern dieser Hölzer. Es ist nun mal ein lukratives Geschäft, Ängste vor "Schimmelbildung" zu schüren, um dann überteuerte Flüssigkeiten werkseitig auf das nicht-aufnahmefähige Holz zu sprühen. Oder dachten Sie etwa, dass da jemand von Hand pinselt?


Testen Sie gerne die Aufnahmefähigkeit des neuen Holzes, indem Sie einen Tropfen Speiseöl aus der Küche auf das glatte Holz geben und den Tropfen verreiben. Messen Sie die Zeit, wie lange es dauert, bis diese Stelle nicht mehr ölig ist und das Öl ins Holz eingezogen ist. Das sollte nicht länger als 20-30 Minuten dauern. Dann ist das Öl auch tatsächlich eingezogen, dann macht ein Anstrich erstmals sinn.
Im Regelfall sind bei neuen und zugleich gehobelten Hölzern für Terrassen eher einige Stunden zu erwarten, denn das Holz ist durch die Reibungshitze des Hobels verdichtet und die Poren sind geschlossen. 
Wenn die Haut glänzt, weil Sie gerade eingecremt wurde oder man noch Gummihandschuhe trägt, nimmt man ja auch keine Handcreme, weil sie nicht in die Haut einziehen wird. 
Wenn eine Terrasse aus Holz etwa 1 Jahr ungestrichen im Wetter war, sieht das Holz zumeist etwas heller, evtl. schon ein wenig angegraut aus. Mehr ist aber nicht zu sehen. Wie ein Terrassenholz aussehen kann, wenn es ganz frisch verbaut wurde und ein Regentropfen drauf kommt, sehen Sie in diesem Bild: das Wasser perlt ab. Ein Öl wird es vergleichsweise schwer haben, in dieses glatt-gehobelte Holz einzuziehen. Trotzdem wird in Deutschland neues und zugleich gehobeltes Terrassenholz oft noch vor der Montage gestrichen. Macht aber gar keinen Sinn... 

Tropfen_Oel_auf_Holz.png


Bei saugenden Materialien wie Estrich oder Beton gilt im Prinzip das gleiche wie beim Holz. Es darf keine Feuchtigkeit im Material sein, sonst funktioniert es mit den Anstrichen nicht. Die enthaltene Feuchtigkeit wird unter Sonneneinfluss bzw. durch Wärme hinaus wollen. Ist jedoch ein Anstrich auf der Oberfläche, wird der enorme Druck des entweichenden Wasserdampfes erst Blasen in den Anstrich bringen, ehe diese Blasen dann aufplatzen.

Vorbereitungen

Was für eine Farbe verwende ich am besten?

OK, an dieser Stelle ist nicht der Farbton gemeint. Wenn etwas neu gestrichen werden soll, geht es den meisten von uns immer um den Farbton - verständlich. Aus technischer Sicht geht es jedoch zuerst um die Art des Anstrichs. Putz- oder Holzfarbe? Was habe ich denn zu streichen? Nur die Terrasse bzw. den Boden oder auch andere angrenzende Bereiche?

Holzböden/Holzterrassen werden sehr oft geölt oder lasiert. Man möchte den "Look" des frischen Holzes mit seiner Maserung am liebsten konservieren. Kesseldruckimprägniertes (KDI) Holz ist auch dabei, sehr selten hingegen mit deckender Farbe gestrichene Holzdielen.   

Auf Beton-, Asphalt- oder Estrichböden wird sehr selten ein Klarlack verwendet, fast immer jedoch eine deckende Farbe. 

Wann wählt man welchen Anstrichtyp?


Farbarten_.png
Terrasse_Boden.png

Holzböden

Bei Terrassen aus Holz wird meistens darauf geachtet, dass man das Holz noch als solches erkennt. Das ist optisch ein schöner Anblick - die Maserung bleibt sichtbar, der holzeigene Farbton ebenso.
Entsprechend dieser Vorstellung wird ein Holzöl oder eine Lasur als Holzanstrich gewählt.

Holzöle müssen zwingend ins Holz einziehen, da sie die Funktion der Sättigung erfüllen. Gesättigtes Holz nimmt keine weiteren Flüssigstoffe auf, somit bleibt der Regen auf der Holzoberfläche. Es ist das gleiche Prinzip wie bei einer Hautcreme, die sättigt und Abweisend für Feuchtigkeit ist.

Anders sieht es bei Lasuren aus. Diese sind zwar auch transparent wie Öle oder haben eine leichte Pigmentierung, dennoch bleibt die Holzmaserung sichtbar. Lasuren liegen auf der Holzoberfläche, wo sie einen Schutzfilm gegen Nässe bilden.

Eine Bodenfarbe ist, ebenso wie eine Lasur, auch nur auf der Oberfläche, allerdings etwa 10-15x dicker in der Schicht, wodurch die Maserung des Holzes fast immer hinter dem Schutzfilm verschwindet und nicht mehr sichtbar ist. Dafür ist es eine stärkere Nutzschicht, die durch Belastungen wie Schuhwerk oder das Möbelrücken deutlich langsamer abnutzt. Der Schutzfilm bleibt einem dadurch um ein Vielfaches länger erhalten.

Anders gesagt ist eine Lasur vergleichbar zu einer Klarsichtfolie, während Farbe wie das Material einer Regenjacke ist. Je dicker der Schutzfilm, desto robuster ist dieser und desto länger hält der Schutzfilm auch der UV-Belastung durch die Sonne stand. 

Öle halten in der direkten Sonne ca. 4-6 Monate, bis diese zerfallen und erneut Wasser ungehindert ins Holz einziehen kann.
Lasuren halten, je nach Qualität, 6-24 Monate, ehe deren Bindemittel sich im Sonnenlicht auflösen und der Schutzfilm sich komplett zerlegt.
Deckende Bodenfarbe hält, je nach Qualität, zwischen 6-15 Jahre, bis der ehemals zweite von zwei Farbanstrichen dem UV-Licht der Sonne zum Opfer gefallen ist.

Es gibt da aber noch etwas anderes, was relativ transparent ist, aber dennoch so lange wie eine Bodenfarbe hält...

Anstriche_fur_Terrassen_und_Treppen_SIOO_X_TERRASSE

... einen Holzimprägnierer, der keine Bindemittel enthält, die alle im UV-Licht zerfallen. Es ist ein Imprägnierer, der einzig aus Mineralien besteht und Mineralien sind ja durch das UV-Licht der Sonne nicht betroffen. 

Es dreht sich um ein fast 250 Jahre altes Holzschutzmittel, was zu der damaligen Zeit gegen Holzwürmer in Möbeln benutzt wurde und heutzutage Holzterrassen und -fassaden sehr lange vor Nässe, Parasiten und auch Funkenflug schützt.
Es handelt sich dabei um das 2-Komponentenprodukt SIOO:X Premium, wahlweise in der Version Terrasse oder Fassade.

Das Holz erfährt eine innere Art der Versteinerung. Vorhandene Keime und Parasiten im Holz sterben ab, ohne chemische oder gar toxische Substanzen zu enthalten. Die Holzoberfläche wird im Laufe der folgenden Wochen bis Monate langsam aber gleichmäßig silbergrau, vergleichbar zu dem Aussehen von Treibholz.
Auf einer Terrasse hält dieses Anstrichsystem ca. 8-10 Jahre.

Zurückkommend auf den Wunsch, das Holz weiterhin als Holz zu erkennen und dessen Farbton zu konservieren:

Holz und menschliche Haut haben viele Gemeinsamkeiten. Dazu zählen neben der Sensibilität gegenüber Feuchtigkeit auch die Fähigkeit Flüssigstoffe aufzunehmen und wieder abzugeben. Und die Veränderung des Farbtons:
die Haut wird gerötet oder, gut eingecremt, gebräunt durch das UV-Licht der Sonne. wer weder gerötet noch gebräunt sein will, muss in den Schatten oder blickdichte Kleidung tragen. Das ist bei Holz entweder jenes, welches im Schatten ist oder man hat es mit deckender Farbe gestrichen. 
SIOO:X hält das Holz trotz seiner leichten Transparenz quasi frei vor dem UV-Licht, allerdings ist es silbergrau in der Optik, wodurch man den ursprünglichen Holzton ja auch nicht mehr sieht. 

Um es kurz und knapp zu beantworten:
es ist technisch-physikalisch nicht möglich. 

vergrautes_holz_ohne_grundierung
Dimension_auf_Asphalt.jpg

Mineralische Böden

Fast immer ist es hier die deckende Farbe, die auf Estrich, Beton oder Asphalt aufgetragen wird. Hier will man den Farbton des Untergrundes nicht mehr sehen. Durch Farbe wird jedoch eine dicke Schutzschicht aufgetragen, obwohl diese Materialien keinerlei Schutz benötigen. 
Wer es dennoch minimalistisch angehen will, nutzt einen s.g. Klarlack und verschließt die Oberfläche durch einen transparenten Anstrich.

Schleifen Sie bitte jeden Boden vorher an, indem mit 60er oder maximal 80er Körnung sowohl die Holzoberfläche (unbehandeltes Holz) als auch einen bestehenden Farbanstrich aufrauen. Die enorme Belastung, die auf begehbaren Flächen durch Möbelrücken oder grobes Schuhwerk entsteht, ist enorm. Trocknet der Anstrich lediglich auf der glatten Oberfläche, verhält er sich auch nur wie ein Stück Tesafilm und kann durch drücken&drehen abgelöst werden. 
Ist die Oberfläche jedoch rau, entsteht eine Verbindung ähnlich wie bei den beiden Enden eines Klettverschlusses:
Der Anstrich legt sich in die raue Oberfläche und verbindet sich damit - für immer.

Die Technik

Wie kommt der Anstrich auf den Boden?

Es gibt im Wesentlichen drei Formen:

Pinsel, Rolle oder Sprühsystem.

Wann benutze ich welches dieser drei Werkzeuge?
'Der Pinsel ist der Klassiker, das älteste der drei Werkzeuge. Man kann im Filigranbereich sehr feine Pinselstriche hinbekommen, auf größerer Fläche einen Anstrich sehr gut in den Untergrund einarbeiten und auch bestimmte optische Effekte erzeugen, wenn man z.B. einen zu groben Pinsel benutzt, damit der Anstrich eine Struktur bekommt. Nur Geschwindigkeit ist bei großen Flächen nicht drin, da sind andere Werkzeuge besser.
Die Rolle bzw. Walze ist das gängige Werkzeug geworden, wenn mineralische Oberflächen wie Putz, Gips oder Böden aus Estrich oder Fliese flächig gestrichen werden sollen. Bei Holzböden ist das Rollen jedoch schwieriger, da manche Dielen gefurcht sind und die Rolle nicht in die Zwischenräume gelangt. Dort muss dann hinterher nachgepinselt werden. Der Vorteil der Rolle ist bei großen Flächen die Geschwindigkeit, da man sehr schnell viele qm mit Farbe überrollt bekommt. Nachteile ergeben sich bei Holz (Blasenbildung, mangelhafte Penetration) und kleineren Flächen mit Ecken&Kanten. 


Das Sprühsystem kann zweierlei sein. Es gibt die einfacheren Niederdruck- bzw. Bechersprühsysteme oder die hochwertigeren Hochdrucksysteme.
Niederdruck bewegt sich um die 10 bar und ist mit einem Becher versehen, der meistens um die 600ml fasst - mal mehr, mal weniger. Diese Systeme finden sich im Baumarkt neben Lasuren oder den recht dünnflüssigen Deckfarben. Diese Systeme sind eher nicht für Böden aus Holz konzipiert, da bis zu 15% Sprühnebelverluste die Reichweite mit einem vollen Becher noch kleiner werden lassen. Diese Geräte sind eher für kleine Objekte gedacht. Auf Böden entsteht dann oft auch eine ungleichmäßig dicke Schicht, die im Nachgang schlechter trocknet und die Begehbarkeit weit nach hinten schiebt. SIOO:X lässt sich jedoch damit sprühen, ebenso mit den Pumpsprühgeräten.
Hochdrucksprüher (Airless) arbeiten mit ca. 100 bar und fördern die Farbe direkt aus dem Eimer. Wenn eine Terrasse damit gesprüht werden soll, die bereits einen festen Anstrich besitzt, dann sind es diese Maschinen. 
 

Abklebeband_Varianten.png

Muss man abkleben?

Das Abkleben dient dazu, daß man zu streichende Bereiche von denen trennt, die nicht gestrichen werden sollen. Das kann z.B. entlang der Fußbodenleiste sein, wo der Farbton bereits ein anderer ist und auch so bleiben soll.

Beim Abkleben ist jedoch Vorsicht geboten:
Klebstoffe in Klebebändern können sehr unterschiedlich sein. Einige vertragen sich nicht mit dieser Farbe, andere nicht mit jener. Wenn Sie abkleben müssen, dann achten Sie darauf, dass Sie entweder das passende Klebeband für den Altanstrich haben oder minimieren Sie die Klebezeit auf ein tatsächliches Minimum, damit die Klebstoffe den Anstrich darunter nicht angreifen.
Klebstoffe können höhere ph-Werte besitzen, was wiederum Farben&Co auflösen kann.

Streicht oder rollt man beliebig oder gibt es Empfehlungen?

Auf Holzdielen wird immer in der Laufrichtung der Hölzer gestrichen. Die Maserung des Holzes kaschiert auf diesem Wege eine zu fest gedrückte Rolle oder einen zu intensiv bearbeiteten Pinsel. 
Gibt es keine Maserung oder Richtungsverläufe von Dielen und man hat eher Platten wie OSB oder Sperrholz, dann wird wenigstens aus oder in Richtung des einfallenden Lichtes gestrichen. 
Selbstverständlich kann aber auch eine Struktur in den Anstrich bekommen, indem man z.B. mit einer langflorigen Rolle oder einem zu grobem Pinsel streicht - und das auch noch kreuz und quer. Das ist reine Geschmacksache.

Was für Verlegeplatten aus Holzverbund wie OSB oder Sperrholz gilt, ist auch bei Estrich und teilweise auch Fliesen gültig.

Lackfarbe_Effekt_Fliesen_streichen.jpg

Wann wiederholt man einen Renovierungsanstrich?

Auskreiden_ .png

Auskreiden

Unabhängig von der Art des Bodens, also ob es sich um Holz, Estrich, Beton, Fliesen oder Asphalt handelt, wird ein anstrich möglichst erst dann wieder aufgefrischt, wenn eine Verwitterung eingesetzt hat. Jede Art von Anstrich zerfällt unter UV-Licht und wird porös. Bei Berührung löst sich dann ein wenig von der Farbe, was man auch "auskreiden" nennt. 

Durch dieses Auskreiden verliert ein Anstrich zunehmend an Schichtstärke und wird dünner, bis irgendwann der Untergrund sichtbar wird und durchschimmert. Holzlasuren lassen bekanntermaßen den Untergrund dauerhaft erkennbar, weswegen sie auch am ehesten verwittert sind (ca. alle 1-2 Jahre ist eine Lasur im Sonnenlicht zersetzt, kreidet aus, sieht matt aus). 

Diese Verwitterungen, die zersetzte Reste des Anstrichs darstellen, werden abgewaschen. Nur bei Lasuren werden sie abgeschliffen, da beim Auskreiden meistens die komplette Lasurschicht futsch ist.

Das besagte Auskreiden ist bei Acrylfarben mitunter nicht zu erkennen, der Boden sieht lange schön aus und hat einen gleichmäßigen Glanz. Acryl bzw. Acrylate verwittern gröber als Öle oder Harze (das sind die Bindemittel in den Anstrichen) und lösen sich dadurch heraus, wenn das UV-Licht die Oberfläche des Anstrichs angreift. Die Oberfläche reinigt sich dadurch quasi selber, es bildet sich jedoch Mikroplastik aus den angewitterten Acrylanstrichen um das Haus, denn Acryl/Acrylat ist nun mal petrochemischen Ursprungs und ist ein Plastik. Die pflanzlichen Bindemittel wie Öle oder Harze verwittern hingegen feinmehlig, pulverig - wie Kreide. Hier entsteht zwar kein Mikroplastik, jedoch eine sicht- oder spürbare Pulverschicht auf der Oberfläche, die man dann abwäscht, weil sie sich nicht so leicht vom Boden herauslöst wie das grobe Mikroplastik der Acrylfarben. Ideal ist hier ein Terrassenreiniger mit höherem ph-Wert, um das 'Pulver' abzuwaschen.

Viel nützt nicht viel

Dieser Satz gilt auch für Farbanstriche. Es sollten immer zwei Schichten Farbe auf der Oberfläche sein. Die erste Schicht Farbe deckt den Untergrund in seinem bestehenden Farbton ab. Die zweite Schicht ist jene, die dem Wetter geopfert wird. 
Sicherlich darf man auch nur eine Schicht streichen. Wie wir aber vom Absatz weiter oben gelernt haben, werden anstriche im Sonnenlicht langsam zernagt, werden dünner und verlieren ihre Schichtstärke. Hat man nur einmal auf einem andersfarbigen Untergrund gestrichen, weil es bereits gedeckt hat, wird vermutlich einige wenige Jahre später den Untergrund partiell durchschimmern sehen. Spätestens dann wird man einen zweiten Anstrich vornehmen.
Geben Sie einem Anstrich immer die Zeit, dass dieser in Ruhe oberflächlich anwittern kann. Streicht man zu schnell eine neue Schicht, wird die Gesamtschicht der Farbe immer dicker und kann Spannungsrisse bekommen, somit auch abblättern. Es ist wie bei Sonnencreme: mehrere Schichten übereinander, die schon gar nicht mehr in die Haut einziehen, wären gleichermaßen verfehlt.

Zu viel Holzöl bedeutet bei Holzböden, dass es zur Übersättigung kommt. Die Oberfläche bleibt dann lange klebrig/ölig, bis der nächste Regenguss die Überschüsse abgewaschen hat. Das Holz signalisiert die Übersättigung ebenso wie menschliche Haut dieses tut. 
Wird nach cas. 4-6 Monaten eine Auffrischung fällig, wird der Holzboden tiefengereinigt, damit verwittertes Ölreste sowie Keime heraus kommen. Lässt man das Holz so schmutzig wie es ist, werden die Verschmutzungen mit dem nächsten Ölanstrich tiefer ins Holz getrieben, was die Oberfläche von Jahr zu Jahr scheckiger aussehen lässt.

Lasuren werden abgeschliffen, wenn diese auskreiden oder den Regen nicht mehr abperlen lassen. Dann ist auch dieser Film zersetzt und liefert keinen Schutz mehr. Die Zerfallsprodukte der ehemaligen Lasur werden durch das Schleifpapier abgetragen.
Danach wird oft sättigend grundiert, da der defekte Lasuranstrich Wasser ins Holz hinein gelassen hat, was zur Austrocknung / Versprödung des Holzes geführt hat. Dieses trockene Holz nicht mit GRUNDIERÖL vorzusättigen würde bedeuten, dass die Lasur dieses übernimmt - was am Ende teuer und aufwendig wird.

Wieviel Farbe benötige ich für den Boden?

Berechnung Materialverbrauch

Das ist einfache Mathematik aus der Grundschule und ist leicht zu errechnen. Wir benötigen die folgenden Informationen dazu:

1. Wie viele QM an Fläche sind zu streichen? (muss man vor Ort ausrechnen, macht immer der Maler / die Malerin am Objekt)
2. Ist die zu streichende Oberfläche sehr glatt oder eher sehr rau? (je glatter, desto ergiebiger ist der Anstrich, desto weniger Farbe wird benötigt)
3. Welchen Typ Farbe/Lasur/Öl will ich verwenden? (jede Art von Anstrich hat eine Reichweite je Liter und wird vom Hersteller angegeben)

Die Frage könnte auch lauten:
Wie viel Treibstoff oder Strom benötigt mein Auto für die Strecke Flensburg-Freiburg? 
Dazu brauche ich die drei Daten
- KM der gesamten Strecke
- Fahrweise (sehr ruhig und gleichmäßig oder eher ruppig/rau)
- welchen Typ Wagen mit seinem vom Hersteller angegebenen Verbrauch 

Wie geht es weiter?

Sie haben die QM ausgerechnet. Messen Sie bitte die zu streichenden Flächen aus. Nehmen wir mal an, Sie haben 50qm Terrassenboden errechnet.

Nun schauen Sie sich die Oberflächenstruktur des Bodens an. Ist dieser sehr feingehobelt&neu oder ausgefasert&spröde/trocken bei Holz oder glatt oder grob bei Estrich&Beton?

Letzter Teil der Aufgabe ist die Auswahl der passenden Farbart. Die von Ihnen ausgewählte Farbart, die z.B. mit den Eigenschaften "sehr langlebig", "verträglich zum Altanstrich" oder "besonders ökologisch" ausgewiesen ist, besitzt eine vom Hersteller angegebene Ergiebigkeit pro Liter, pro Anstrich. Nehmen wir mal an, daß die Farbe 10 qm je Liter je Anstrich auf sehr glatter Oberfläche und 6 qm je Liter je Anstrichauf sehr rauer oder trockener Oberfläche schafft. Daraus ergibt sich folgende Kalkulation:

glatte, dichte Oberfläche
50qm Fläche / 10 m² Ergiebigkeit pro Liter, pro Anstrich = 5 Liter Farbe pro Anstrich

raue, trockene Oberfläche
50qm Fläche / 5 m² Ergiebigkeit pro Liter, pro Anstrich = 10 Liter Farbe pro Anstrich

Bitte betrachten Sie die Ergiebigkeiten der Farben immer als Mittelwert. Manche streichen zu dünn oder zu dick, was Abweichungen in der Ergiebigkeit bedeuten kann. Eine "Punktladung" bezüglich der benötigten Farbmenge schafft man selten. Bei mehreren Farbschichten sollte man daher auch immer erst die Menge an Farbe einplanen, die für 1,5 Anstriche genügt. Dann besorgt man sich die kalkulierte Restmenge, sowie man die Ergiebigkeit noch besser für sich selber ermitteln kann.

Holzöle haben immer, immer, imme reine Ergiebigkeit von 4-10m² je Amstrich. Besonders auf sehr altem, trockenem Holz werden Sieaufgenommen wie Wasser in einen trockenen Schwamm. In solchen Situationen wird ein Holzöl durchaus auch 3-6x gestrichen.

An dieser Stelle, wo Sie die Menge an Farbe für Ihre Terrasse oder Gehwege ermittelt haben, kommt erst der Farbton ins Spiel. Hier nochmals das Beispiel mit dem Treibstoffbedarf des Autos:

Sie wollen von Flensburg nach Freiburg fahren und wollen die Treibstoffmenge kalkulieren. Ob Ihr Wagen rot, gelb oder grün ist, spielt hier keine Rolle. Sie würden rechnen:

ruhige und gleichmäßige Fahrweise
ca. 920 km Flensburg-Freiburg * 0,05 Liter Treibstoff je km (wären 5 Liter je 100km) = 46 Liter

rasche und ruppige, unruhige Fahrweise
ca. 920 km Flensburg-Freiburg * 0,1 Liter Treibstoff je km (wären 10 Liter je 100km) = 92 Liter


Noch Fragen?

Beratung bei der Produktauswahl

Wie Sie bis hier sicherlich bemerkt haben, wurde kein einziges unserer Produkte in dieser Rubrik hervor gehoben. Wie auch, denn weder wissen wir, was Ihnen als Anstrichtyp vorschwebt, noch wissen wir, welcher Typ Farbe sich mit Ihrem Untergrund verträgt. 
Unseriös wird es immer dann, wenn Produkte hervorgehoben werden, die alles können. Unseriös wird es auch dann, wenn geringer Arbeitsaufwand versprochen wird. Slogans wie 
- "muss nicht geschliffen werden"
- "funktioniert ohne Grundierung"
- "Grundierung ist bereits enthalten"
- "Wasserbasierend und somit für Kinderspielzeug"
- "ein Anstrich genügt"
- "sehr hohe Ergiebigkeit"
- "Atmungsaktiv und wasserabweisend" (Achtung: Widerspruch in sich!)
triggern viele Hobbyhandwerker und Handwerkerinnen. 

Scheuen Sie sich nicht, uns per Email ( info@schwedischer-farbenhandel.de ), telefonisch ( +49 (0)40 54 80 12 20) oder auch persönlich zu unseren Öffnungszeiten in Hamburg zu kontaktieren. Wir nutzen keine Callcenter sondern haben fachkompetente Kollegen vor Ort, die Ihre Fragen beantworten können, die hier (noch) nicht beantwortet wurden.