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Bodenfarbe_glanz_1

Fußboden oder Treppe

Möchte man seine Böden oder eine Treppe streichen, gibt es eine Reihe von Dingen, die man beachten muss. Trocknungszeiten, Rolle oder Pinsel, Licht&Luft, Belastbarkeit des Anstrichs, Vorarbeiten, etc.

Wir wollen an dieser Stelle zeigen, was es zu beachten gibt und was die Herausforderung "Boden bzw. Treppe" zu streichen am Ende etwas leichter werden lässt.

Das Wichtigste vorweg

Bedingungen zum Streichen von begehbaren Flächen

Tatsächlich gibt es so manches zu planen. Natürlich beginnt es damit, daß Möbel und Teppiche aus den betroffenen Räumen entfernt werden. Alles, was bewegt werden muss, wird auch für mehrere Tage bis Wochen nicht wieder zurück geräumt werden können. Das hat einen Grund, der weiter unten erklärt wird.

Die zu streichende Fläche muss in beinahe jedem Fall angeschliffen werden. Es spielt keine Rolle, ob der Altanstrich intakt oder schadhaft ist. Auch ein unbehandelter Boden bzw. eine unbehandelte Treppe wird angeschliffen. Die Ausnahme sind Boden- und Treppenflächen, die ausgesprochen rau sind, wie es z.B. ein Estrichboden sein kann.

Ein Anstrich am Boden muss entweder ins Holz einziehen (Holzöle) oder auf der Oberfläche als fester und robuster Film liegen. Dabei bedeutet ein rauer Untergrund, daß ein Öl besser ins Holz einzieht und eine Farbe eine bessere Griffigkeit in der strukturierten Oberfläche findet.

Vorbereitung_zur_Fussbodenverarbeitung_.png
holz_schleifpapier


Es ist ein ähnliches Prinzip wie bei einem Klettverschluss, wo beide Seiten ineinander greifen und sich fest verbinden. Eine sehr glatte und bisweilen sogar dadurch glänzende Oberfläche verhindert es, daß ein Flüssigstoff wie Öl, Lasur oder Farbe eine Bindung eingeht. Dadurch kommt es primär zu einer oberflächlichen Trocknung. Durch Abrieb bzw. Belastung wie Möbelrücken, Drehungen auf der Ferse oder Rangieren mit dem PKW in der eigenen Garage wird sich ein angetrockneter Anstrich ablösen können, was auf einer rauen und strukturierten Oberfläche eher nicht passiert.

Daher:
Alle Oberflächen zuvor mit 60er oder max. 80er Körnung anschleifen, wenn es um Boden- und Treppenanstriche geht. Diese Rauigkeit wird durch einen Anstrich mit Farbe wieder einkassiert bzw. egalisiert, indem die Farbschicht alles wieder glättet.
Wenn Sie später ein Holzöl verwenden wollen, darf natürlich feiner angeraut werden - z.B. mit 120-180er Schleifpapier. Entscheidend ist jedoch, dass das Öl auch ins Holz einziehen kann. Je feiner geschliffen oder, schlimmer noch, gehobelt wird, desto schlechter zieht Ihnen etwas ins Holz ein.

Ist der Boden oder die Treppe mit einem intakten Altanstrich versehen, ist darauf zu achten, was für ein Typ von Anstrich es ist und welche Bindemittel dieser hat.

Der Typ ist z.B. ein Holzöl, welches im Holz steckt - meistens transparent. 
Oder eine Lasur, die auch recht transparent auf der Holzoberfläche liegt und intakt ist, wenn sie noch etwas glänzt bzw. wenn Wasser an der Oberfläche abperlt. Lasuren sind manchmal schwach pigmentiert, wodurch eine Art Tönung des Holzes entsteht.
Oder eine deckende Farbe, die quasi undurchsichtig den Untergrund überdeckt und eine recht dicke Nutzschicht hat.

Bindemittel sind Öle (u.a. im Holzöl), Alkydharze (veresterte Öle) oder Acryl/Acrylat (Kunststoffe). Will man etwas überstreichen, ist es nicht ganz unwichtig zu wissen, was man da gerade überstreichen möchte und - womit man den neuen Anstrich machen kann. Einfach mal was drüber streichen kann bei Unverträglichkeit zueinander böse ins Auge gehen. 
Sollten Sie nicht wissen, womit der Boden oder die Treppe gestrichen wurde, finden Sie hier eine Anleitung, wie man das selber ermitteln kann:
schwedischer-farbenhandel.de/Service/Stichwortsuche/#bindemitteltest

Treppe_Innenbereich
Innenfarben_Treppe_weiss_.png

Was fehlt noch?

Nun ja, wenn ein Anstrich trocknen soll, braucht es auch Licht, Luft und Wärme. Stellen Sie daher sicher, daß Sie während des Streichens und in der Zeit danach 
- Tageslicht
- Trockene Luft
- Raumtemperatur um die 20°C
haben. Licht ist für die meisten Bodenfarben wichtig für die Trocknung. Streicht man im dunklen Keller, dauert die Trocknung wesentlich länger als vom Hersteller angegeben.
Trockene Luft nimmt Lösemittel wie Wasser oder Terpentinersatz besser auf, die in Anstrichen sind und beim Trocknen entweichen. Wer schon mal seine Wände selber mit Farbe gestrichen hat, wird im Winter auch beschlagene Fenster gehabt haben. Wird dann gelüftet, sollte es draußen nicht feuchter als im Innenraum sein, sonst entweicht der Wasserdampf nicht wirklich nach draußen.
Sauerstoff wird insbesondere von den öl- und alkydharzbasierenden Anstrichen benötigt. Lüften macht dann ebenfalls viel Sinn, aber bitte nur in Form von Stoßlüften (wenige Minuten Durchzug).
Wärme ist so eine Sache. Wir sprechen von 20°C Raumtemperatur. Aber wie ist die Bodentemperatur? Wärme steigt bekanntlich auf, weswegen der Fußboden zumeist 2-3°C kälter ist als die Luft in Kopfhöhe (wenn es keine Bodenheizung gibt). Im Falle des Falles sonst die Raumtemperatur kurzfristig um 2-3°C anheben.

Was streiche ich?


Der Untergrund muss geeignet sein

Ist es Estrich/Beton, Metall oder Holz? Oder eher Linoleum, Kork oder Fliesen?
Jeder Untergrund hat seine individuellen Eigenschaften, die man berücksichtigen muss. Dazu zählen Trockenheit (trockener Estrich/Beton, trockenes Holz, rostfreies Metall), Sauberkeit (Fette ab- oder herauswaschen, Staub durch Schleifen aufwischen/absaugen) und Zustand evtl. Altanstriche (intakt, abgenutzt oder bereits abblätternd). Ebenso sollte der neue Anstrich entweder eine Griffigkeit haben (anrauen bei Farben und Lasuren) oder offenporig/saugend sein. Ist ein Untergrund sehr glatt und glänzend, wird ein Anstrich auf einer solchen Oberfläche nur trocknen, sich aber nicht verbinden.

Holzoel.jpg

Oberflächenstruktur

Jede Art von Anstrich mag eine gewisse Griffigkeit. Auf nicht-saugenden Untergründen wie z.B. Metall oder bereits mit Altanstrichen versehen Bodenflächen sollten daher immer eine raue Struktur bekommen, was oben bereits mit dem Anschleifen / Aufrauen beschrieben wurde. 

Ist der Untergrund Saugfähig, wie z.B. alter Estrich oder altes Holz (trockene Substanz), wird ein Anstrich zwar eine rauere Oberfläche bekommen, aber auch eine "durstige". Damit nicht zuviel der zumeist teureren Farbe im Untergrund einsackt und verschwindet, sollte grundiert werden. Diese Grundierung dient der Sättigung und verhindert u.a. das tiefere Eindringen des späteren Anstrichs.
Diese Grundierer sind zumeist Öle bei Holzböden oder Klarlacke auf dem Estrich.

Die Art des Anstrichs

In Deutschland wird ein Boden meistens nur geölt. Viele Maler trauen sich ebenso wenig wie HeimwerkerInnen daran, eine Lasur oder gar eine Deckende Farbe zu verstreichen. Dabei sind die dickeren Anstriche die robusteren und am Ende auch die letzte Konsequenz, wenn ein jahrelang nur geölter Holzboden total ranzig aussieht. Öle ziehen zwar ins Holz ein, bleiben darin aber weiterhin etwas klebrig und bilden in Kombination mit Feuchtigkeiten einen Nährboden für Keime. 
Lasuren liegen mehr auf der Oberfläche und bilden eine ganz dünne Schutzschicht gegen Flüssigkeiten und andere Arten der Verschmutzung. Weil sie so dünn sind, tragen sie sich aber schneller ab und müssen später zumeist komplett abgeschliffen werden. Denn:
eine teilweise noch intakte Altlasur und ein abgeschliffener Bereich, wo die Lasur zerschlissen war, wird später sichtbar bleiben, wenn man alles neu überlasiert. Daher wird meistens der gesamte Raum abgeschliffen, um eine einheitliche Optik des Holzes zu erlangen. 

Bodenfarbe_weiss_.jpg
Lasur_weiss_pigmentiert_1

Die deckende Farbe ist der dicke Schutzpanzer auf der Oberfläche. Unhübsche Holz- oder Estrichböden werden dadurch gleichmäßig aufgehübscht. Die Struktur des Holzes geht dabei sichtbar verloren, dafür hält eine deckende Farbe aber deutlich länger als dünne Anstriche und verleiht einem Raum einen komplett neuen Look. Die Skandinavier verwenden sehr gerne deckende Bodenfarben.

Eine Zwischenlösung zwischen nicht-deckender Anstrich aber trotzdem robust ist die hier abgebildete Wachslasur bzw. auch Leinölwachs genannt. Die Bedingung ist jedoch ein saugfähiges, blankes Holz, da das enthaltene Leinöl einziehen können muss, ebenso muss der Bienenwachs sich in der Oberfläche des Holzes festsetzen können. 

Trocknungszeiten

Gut Ding will Weile haben

Es gibt zwei Arten der Trocknung:
eine oxidative Trocknung oder eine chemische Trocknung.

Natürliche Anstriche, die auf Basis von pflanzlichen Ölen oder Harzen sind, trocknen unter dem Einfluss von Sauerstoff, trockener Luft, Tageslicht und etwas Wärme.
Chemische Trocknung ist z.B. bei den Plastikfarben der Fall, die mit den Bindemitteln Acryl/Acrylat versehen sind. Hier muss zwar auch Wärme und trockene Luft gegeben sein, allerdings ist der Sauerstoff nicht so vorrangig, was auch für das Tageslicht gilt. 

Liegende Flächen wie Treppe oder Boden erfahren Belastungen, die durch Möbel oder derbes Schuhwerk ausgelöst werden. Daher ist es enorm wichtig, dass ein Bodenanstrich komplett durchgehärtet ist, ehe man diesen belastet (Möbel oder Teppiche drauf legt: ein Teppich verhindert die Sauerstoffzufuhr und hält den Anstrich im Dunkeln, entsprechend dauert die Trocknung extrem lange) bzw. ein zweites Mal überstreicht. Die Trocknung einer Bodenfarbe kann daher bis zu einer Woche oder länger dauern, weil die Raumbedingungen nicht genügen. Begehbar sind die Flächen deutlich früher, wenn der Anstrich nicht mehr klebt. Aber durchgetrocknet, ausgehärtet - das dauert selbst bei optimalen Bedingungen immer einige Tage.

Achten Sie daher darauf, dass die frisch gestrichene aber schon begehbare Fläche nicht zu früh mit schweren oder abdeckenden Gegenständen belegt/belastet wird.


Im Falle einer Treppe ist es Ratsam, jede zweite Stufe zu streichen, damit sie weiter verwendbar bleibt. Markieren Sie begehbare (trockene oder ungestrichene) Flächen durch Post-It´s oder Bücher. Sorgen Sie dafür, daß kleine Kinder oder Haustiere den gestrichenen Bereichen fern bleiben, bis diese begehbar werden.

Testen Sie die Belastbarkeit sowie die Überstreichbarkeit eines Anstrichs mit Ihrem Daumen:
drücken Sie den Daumen für ca. 3 Sekunden fest auf die trockene Farboberfläche. Drehen Sie dann den Daumen, wobei Sie weiterhin Druck ausüben.
Eine durchtrocknete Farbe erkennt man daran, daß der Daumen frei auf der Oberfläche dreht und sich keine Farbschicht mit dem Daumen mitbewegt.

Wer eine schnelle Trocknung benötigt, kann einzig mit 2K-Beschichtungen wie z.B. Epoxydharzen arbeiten. Diese tragen jedoch recht dick auf, wodurch z.B. manche Tür gekürzt werden muss. Durch die enorm schnelle Trocknung von Epoxydharzen ist es zudem wichtig, dieses schon mal geübt zu haben als auch das richtige Werkzeug im Einsatz zu haben. 

Was kann ich als Anstrich verwenden?

Durchschnittliche Bewertung von 4.5 von 5 Sternen

Reine Leinölfarbe Allbäck

Inhalt: 0.2 Liter (89,50 €* / 1 Liter)

Ab 18,90 €*

Geht es um Holz, Laminat, Stein, Eisen oder Estrich auf dem Boden oder der Treppe, ist die REINE LEINÖLFARBE der ideale Allrounder. Rein biologisch und ohne chemische Zusätze, kann diese Farbart überall verwendet werden - und das schon seit vielen Jahrhunderten.

Im Boden- bzw. Treppenbereich gibt es kleinere Kniffe, die auch in der Artikelbeschreibung und im kleinen Handbuch der Leinölfarbe erklärt werden. Dazu zählt u.a. das Einquirlen von ca. 30% Wasser und die Zugabe von Zinkweiß/Zinkoxid als Trocknungsbeschleuniger. 

Weil REINE LEINÖLFARBE oxidativ trocknet und daher wie alle Naturprodukte langsamer aushärtet, sind begehbare Flächen mitunter für 1-3 Tage nicht nutzbar. Dafür hält der Anstrich, weil er immer härter wird, ein Leben lang und ist irgendwann unkaputtbar.

Es gibt gut 30 verschiedene Farbtöne, die selbstverständlich untereinander gemischt werden können, sollte man etwas abgetöntes wünschen.

Wem das zu lange dauert, kann auch auf ein ähnliches Anstrichmittel zugreifen, welches ebenfalls auf allen genannten Untergründen extrem gut funktioniert.
Das wäre die Lackfarbe EFFEKT, die es in den drei Glanzgraden 15 (matt), 30 (seidenmatt) und 80 (glänzend) gibt. In einer Skala von 0 bis 100 ist der Wert 0 vergleichsweise matt wie ein Handtuch und der Wert 100 so glänzend wie Auto- oder Klavierlack.

Die Lackfarbe EFFEKT ist keine reine Boden- bzw. Treppenfarbe. Bodenbeschichtungen sind immer etwas fließfähiger, etwas dünner, um sich auch der waagerechten Oberfläche besser auszubreiten. Wird die Lackfarbe EFFEKT jedoch etwas verdünnt (siehe auch Artikelbeschreibung sowie Datenblatt), wird sie zu einer Bodenfarbe.

Lackfarbe - Lackfärg - EFFEKT 15

Inhalt: 0.9 Liter (26,56 €* / 1 Liter)

Ab 26,90 €*
Lackfarbe - Lackfärg - EFFEKT 30

Inhalt: 0.9 Liter (26,56 €* / 1 Liter)

Ab 26,90 €*
Lackfarbe - Lackfärg - EFFEKT 80

Inhalt: 0.9 Liter (26,56 €* / 1 Liter)

Ab 26,90 €*

Wer den Glanz mag und damit auch optisch eine Vergrößerung des Raums erzeugen will, jedoch nicht verdünnen möchte wie bei der Lackfarbe EFFEKT 80, kann stattdessen die Bodenfarbe DIMENSION verwenden. DIMENSION ist etwas fließfähiger und eine reine Bodenfarbe, dafür nicht für senkrechte Flächen so optimal wegen des Verlaufs.

DIMENSION gilt als die härteste 1-komponenten Farbe für Böden. Ebenfalls, wie die obigen Farben, ist sie deckend und zum Beschichten von Holz, Estrich, Metall, Stein, Laminat, Kork und Linoleum geeignet. Ebenso auf Fliesen, die jedoch saugfähig sein sollten. Ansonsten die glänzende Fliese mit Schleifmitteln aufrauen.

Glanz spielt bei Bodenanstrichen eine sehr wichtige Rolle. Matte Bodenfarben produziert niemand, da sie zu schnell abnutzen und ausgesprochen empfindlich gegenüber Verschmutzungen sind. Flüssigstoffe wie u.a. Tee, Kaffee usw. perlen auf matten Oberflächen nicht ab sondern ziehen eher ein. Aus diesem Grund sind Bodenfarben immer schon mit mindestens seidenmatter Optik hergestellt worden. 

Durchschnittliche Bewertung von 4.5 von 5 Sternen

Bodenfarbe Golvfärg / DIMENSION

Inhalt: 0.9 Liter (25,44 €* / 1 Liter)

Ab 25,90 €*
Bodenfarbe Golvfärg V / STRONG

Inhalt: 0.9 Liter (26,56 €* / 1 Liter)

Ab 26,90 €*

Bis hier waren es Öl- und Alkydharzfarben. Es gibt aber acrylhaltige, wasserbasierende Bodenfarben wie z.B. die Bodenfarbe STRONG.

Es ist nicht gleiche Härte und Strapazierfähigkeit wie bei der Bodenfarbe DIMENSION, dennoch für den Wohnhausbereich wunderbar verwendbar. 

Insbesondere dann, wenn der Boden oder die Treppe bereits mit einem acrylhaltigen Anstrich versehen wurde, verträgt sich die Bodenfarbe STRONG dort am besten mit dem, was auf der Oberfläche ist.
Ist das Holz jedoch ungestrichen/unbehandelt, muss bei der Bodenfarbe Strong (wie bei allen wasserbasierenden Farben) zunächst mit dem MEISTERGRUND/SNICKE>RIGRUND ein Sperr-und Haftgrund vorgestrichen werden.

Weil sie wasserbasierend ist, trocknet die Farbe deutlich schneller als viele andere und hat im getrockneten Zustand einen Glanz mit dem Wert von etwa 60 - was halbglänzend bedeutet.

Wer keine deckende Farbe möchte sondern eher etwas lasierendes oder gar ein Öl wünscht, wird es vermutlich auf Holz als Material auftragen wollen. Sofern das Holz unbehandelt ist, weil es neu, noch nie gestrichen oder von alter Farbe/Lasur befreit wurde, kann wahlweise ein Holzöl oder eine Lasur bzw. einen Klarlack verwenden.
Es ist auch möglich, mit einer speziellen Lasur Estrich, Laminat oder Kork und Linoleum zu streichen. Wir zeigen die Möglichkeiten hier einmal auf.
Wichtig bleibt nur zu wissen:
je dünner der Anstrich und je mehr man vom ursprünglichen Untergrund später noch sehen kann, desto geringer ist der Schutz vor Abnutzung. Wer es optisch eher lasierend oder komplett farblos/transparent mag, sollte das bei Oberflächen wählen, die eher nur mit Hausschuhen oder barfuß betreten werden.

Lasur (Universallack 30) seidenmatt

Inhalt: 0.9 Liter (19,89 €* / 1 Liter)

Ab 17,90 €*

Lasierende Anstriche sind dünner und somit transparenter. Man kann den Untergrund noch durchschimmern sehen, was man besonders mag, weil die Holzmaserung sichtbar bleibt.  Dünne Anstriche sind aber auch empfindlicher gegenüber Kratzern oder anderer Art der mechanischen Belastung. Was dennoch sehr robust und belastbar ist, obwohl relativ dünn in der Schichtstärke, sind für Holzoberflächen die beiden Produkte UNIVERSALLACK SOLO sowie die rein biologische Wachslasur. Der UNIVERSALLACK SOLO ist im eigentlichen Sinne ein Klarlack, der die Härte eines Bootlacks besitzt. Wahlweise gibt es den UNIVERSALACK SOLO in transparent (unpigmentiert) oder pigmentiert (dann als Lasur). Die Auswahl besteht dann noch in den beiden Varianten 30 oder 90, wobei auch hier die Zahl den Grad des Glanzes erklärt (s.o.: 30=seidenmatt, 90=glänzend).

Lasur (Universallack 90) hochglänzend

Inhalt: 0.9 Liter (19,89 €* / 1 Liter)

Ab 19,90 €*
Leinölwachs | Wachslasur "Linoljevax"

Inhalt: 0.2 Liter (89,50 €* / 1 Liter)

Ab 18,90 €*

Und dann wäre da noch die WACHSLASUR (LEINÖLWACHS), die einzig aus schwedischem Leinöl und Bienenwachs besteht bzw. bei den eingefärbten Versionen natürlich noch Pigment enthält. Besonders wichtig bei Anstrichen, die in das Holz einziehen müssen, sind blanke Holzoberflächen. Ist die Oberfläche bereits gestrichen, wodurch ein Einziehen der Wachslasur ins Holz verhindert wird, müsste entweder diese Schicht entfernt werden - oder man verwendet ein anderes Produkt, welches sich mit dem Voranstrich verträgt.

Wie auch bei Holzölen muss es gewährleistet sein, dass der Anstrich ins Holz einziehen kann.  WACHSLASUR ist von der Konsistenz eher wie Schuhcreme und wird auch nicht gepinselt, gerollt/gewalzt oder gesprüht sondern einzig per Lappen oder Schwamm eingerieben. Nach etwa 45-60 Minuten ist die behandelte Fläche bereits klebfrei und kann ganz normal weiter genutzt werden.


Und zu guter Letzt wären da noch die Holzöle. Tatsächlich werden Holzböden sowie Holztreppen immer noch häufig geölt. Wenn man ein Holzöl verwenden möchte, so ist das meistens aus dem Anlass heraus, dass man das Holz mit seiner Maserung weiterhin sehen möchte. Einigen wirkt ein Schutzanstrich als Klarlack, Lasur oder als deckende Farbe zu unnatürlich. 

Öle ziehen ein - zumindest ist das wichtig, dass sie das können.  Kann das Öl nicht ins Holz einziehen, bleibt es auf der Oberfläche und klebt, bis man es wieder abwischt. Darum muss erst geklärt werden, ob sich noch ein unsichtbarer Altanstrich im/auf dem Holz befindet oder ob das Holz sehr glatt gehobelt ist und dadurch auch nichts an sich heran lässt.

Ein ins Holz eingezogenes Öl ist wie eine Handcreme in der Haut:
es bleibt eine längere Zeit weich und nimmt Schmutz gut an. Wenn Sie Holz ölen, dann entfernen Sie Verschmutzungen immer sehr rasch.

Für Holzböden und Holztreppen gibt es die folgenden Öle:

Der Klassiker unter den Holzölen ist das gekochte, entschleimte Leinöl. Seit Jahrhunderten wird Leinöl für viele Anstriche in Innenräumen benutzt sowie als Grundierung im Außenbereich, ehe zumeist die REINE LEINÖLFARBE als Deckanstrich folgt.

Gekocht ist richtig. Verwenden Sie nicht rohes Leinöl, da es nicht trocknet - zumindest nicht in den ersten Jahren. In Innenräumen werden rohe Öle auch seltener verwendet, besser nur dort, wo das Holz bereits extrem ausgelaugt und trocken erscheint, damit es dort durch die trockenen Bereiche des Holzes tiefer wandern kann. 
Das gekochte Leinöl war zuvor ein rohes Leinöl, dass auf weit über 200°C erhitzt wurde. Durch den Erhitzungsprozess ist es zu einem trocknenden Leinöl geworden. 

Leinöl ist farblos, also ohne Pigmente. Dennoch hat jedes Naturöl einen eigenen Farbton, der z.B. beim Leinöl als honigfarben, hellgelb schwankend beschrieben wird. Je nach Wuchs, Wetterbedingungen, etc. verändert sich der Farbton eines Leinöls von Jahr zu Jahr. Auf den Anstrich hat das keine Auswirkungen, das Holz wird eher leicht dunkler und die Maserung kann etwas angefeuert werden. Es wird jedoch nicht gelblich.  

Reines, entschleimtes Leinöl, EXTRA (ALLBÄCK), gekocht

Inhalt: 0.2 Liter (54,50 €* / 1 Liter)

Ab 10,90 €*

Oder wie wäre es mit dem LEINÖL EXTRA - ein gekochtes, entschleimtes Leinöl, welches jedoch unter noch höheren Temperaturen erhitzt wurde. Durch diese Behandlung wird das Leinöl deutlich schneller trocken und darf als Hartöl bezeichnet werden.

Hartöle trocknen so rasch an, dass die Penetration ins Holz kaum stattfindet und das Öl durch den Sauerstoff in der Luft wie ein Film auf der Oberfläche härtet. Ab dann ist ein Hartöl sowas ähnliches wie ein Klarlack.

Man kann wahlweise das LEINÖL EXTRA mit etwas REINER LEINÖLFARBE versehen und so daraus eine Leinöllasur machen. Man kann es auch umgekehrt in die REINE LEINÖLFARBE in der Menge von etwa 5% einrühren, damit die Farbe schneller trocknet.

Wer schon häufiger seine Böden geölt hat weiss, dass es darauf im Bereich der laufspuren immer eine leichte Vergrauung gibt. Da nutzt das Holz etwas ab, UV-Licht der Sonne kann darauf fallen, Staub & Keime legen sich in die Holzporen und gedeihen in den Ölresten im Holz.

Will man Schmutz aus geölten Oberflächen waschen, scheitern die meisten Reiniger. Der ph-Wert ist zu gering und selbst wenn er genügt, so bleibt das Holz ungleichmäßig dunkel.

Mit weißer Leinölseife lässt sich dieses Problem jedoch beheben. Die Leinölseife hat einen sehr hohen ph-Wert und wäscht auch tiefe Verschmutzungen aus dem Holz, während das enthaltene Pigment die Holzoberfläche aufhellt und vergraute Stellen wieder wie neu aussehen lässt. 

Reines chinesisches Holzöl, farblos

Inhalt: 0.5 Liter (25,80 €* / 1 Liter)

Ab 12,90 €*

Und zum Schluss folgt noch das reine chinesische Holzöl, auch Tungöl genannt. Vergleichbar zum entschleimten Leinöl hat TUNGÖL eine sehr gute Tiefenwirkung, sättigt trockenes Holz sehr weit in die Struktur hinein. 

Man kann durch mehrschichtigen Auftrag eine Art Klarlack erzeugen, was man auch aus dem Instrumentenbau kennt, wo TUNGÖL heute wie früher für Saiteninstrumente als Anstrich verwendet wird. 

Die Maserung des Holzes wird anders betont als beim reinen, entschleimten Leinöl, weswegen ein Probeanstrich auf einem Stück Holz mit beiden Ölen zu empfehlen ist, wenn die Optik im Vordergrund steht.